November 21, 2010 GMT
die wüste ruft

hallo leute,

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auf der suche nach dem benzinfilter...

mal wieder zeit für den blog.....

ich bin natürlich immer noch in marokko. echt fantastisches land. äußerst vielfältig.

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ich bin mittlerweile deutlich weiter im süden, am rande der sahara. mir haben vorher so gut wie alle leute gesagt (die meisten ungefragt), dass ich es nie schaffen werde in der wüste:
nicht mit diesem bike, nicht mit diesen reifen, nicht mit diesem gewicht, nicht mit meiner erfahrung. hätte ich auf die leute gehört, hätte ich nie losfahren dürfen. aber ich dachte mir, ich schaue mir das selber mal an.

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also bin ich naiv-unwissend in die wüste aufgebrochen. also, das bike ist super in der wüste, die reifen sind absolut prima (wenn man nur genug luft raus lässt) und auch ich kann es, ist gar nicht so schwer.

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nur mein vieles gepäck macht es schwierig, aber auch nur auf nicht festen untergründen. steinige/felsige pisten sind auch mit diesem gepäck kein problem. nur das was sie hier fesch-fesch nennen, tiefer, sehr feiner und sehr lockerer sand, da habe ich probleme. sandlöcher von 10 bis 20 metern kann ich noch mit power durchpflügen, aber wenn es länger wird, oder kurven zu fahren sind, wenn die 4x4 den sand schon hundertfach umgegraben haben, da schaukelt sich die fuhre auf und bin ich entweder schnell gestürzt oder habe mich eingegraben. man fällt zum glück sehr weich. nachdem ich in 3 stunden höchstens 2 km geschafft hatte, war ich am ende meiner kräfte.
ich stand an einem brunnen und hatte ca. noch 1 stunde tageslicht, als gerade beschlossen hatte hier zu übernachten, und morgen zu entscheiden was ich tue: umdrehen oder weiterfahren. laut reiseführer lagen die schlimmsten sandfelder noch vor mir, als ein landi um die ecke kam. die 3 marokkaner boten an mich zu einer auberge zu führen und mein gepäck im landi mitzunehmen. spontan willige ich ein. und siehe da, ohne gepäck schaffe ich auch die schwierigsten passagen. käthi hat dampf ohne ende und lässt sich prima dirigieren. das macht sogar richtig spaß!


also,die nächsten ausflüge in die wüste nur mit leichtem gepäck. entweder lagere ich es ein oder ich finde leute, die es mir mitnehmen.

ich bin jetzt in zagora, einer alten oasenstadt, zelte unter palmen und werde erstmal wieder ein paar tage bleiben.

hier habe ich nun allan getroffen.

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von ihm stammen diese bilder:

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ich möchte hier nur klarstellen, dass ich mich nicht leichtfertig in lebensgefahr bringe. ich wusste immer wo ich war, ich hatte genug wasser, genug benzin und auch genug zu essen für mehrere tage. und, das ganze ist nicht so einsam, wie es manchmal scheint. sprich, alle paar stunden kommt jemand vorbei, die nächste menschliche siedlung nicht mehr als einen halben tagesmarsch zu fuss entfernt. dennoch, ich habe gelernt den ort wüste ernst zu nehmen. das ist kein spielplatz.

mir geht es gut. das wetter ist prima. ich habe noch fast jeden tag warm geduscht. das essen ist ganz annehmbar. bier gibt’s hier so gut wie nie.

ich grüße euch alle herzlichst

bis zum nächsten mal

jens

Posted by Jens Hawemann at 05:21 PM GMT
December 16, 2010 GMT
Atlantik

hallo zusammen,

schon lange nichts mehr geschrieben im blog. wird mal wieder zeit.

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naja, die reise ist vielleicht etwas zu normalität geworden. zumindest für mich. und hier an der küste werden die spektakulären ausblicke einfach weniger.

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jemand hat mich gefragt, wie ich mich denn fühle wenn ich durch solche landschaften fahre. ja, wie fühle ich mich da....es hat was erhabenes. es ist etwas größes was ich erleben darf, einfach grandios eben wie diese landschaft.
und es hat etwas mit demut zu tun. demut vor dieser erde. all diese sediment-schichten, die man hier oft so schön sieht ( ich würde so gerne viel mehr über geologie wissen wollen) die jahrmillionen gebraucht haben um so zu wachsen.

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dann dieser (tektonische) zusammenprall im zeitraffer mit der eurasischen platte, der den atlas hat hochbrechen lassen....in verbindung genauso langer erosion durch hitze, kälte, wasser und wind ...

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abends, wenn mir jeder knochen einzeln weh tut, die handgelenke schmerzen ob all der schüttelei und graberei.....und ich mich frage warum ich mir das antue...da fühle ich mich manchmal ziemlich alt mit meinen 52 jahren.....aber es reicht dann doch einmal zu lauschen in diese unendliche stille der wüste.....und ein blick in den sternenhimmel....wo hundertmal mehr sterne zu sehen sind als in deutschland....um zu spüren welche bedeutung man eigentlich hat in dem ganzen.....der homo-sapiens ist ein vollkommen unbedeutendes staubkorn der erdgeschichte....wir nehmen uns...ich nehme mich viel zu wichtig...ich werde keine dauerhaften furchen auf dieser erdkruste hinterlassen...da kann ich mein hinterrad noch so tief eingraben....und das ist gut so....denn so kann ich schauen, staunen, mich freuen, mich fürchten und immer wieder neugierig, naiv und unwissend diese welt erleben.
nur wenn ich unwissend bin, kann ich lernen.

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in marakesch und casablanca hatte ich nur regen und unwetter. fotos sind so keine entstanden. ich könnte auch beinahe nur überflutete straßen und felder und vollgelaufene tiefgaragen zeigen. macht auch nichts. die hauptstadt rabat ist ein sehr friedlicher ort.

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ohne die mauretanische botschaft (und des islamischen neujahrsfestes) und meiner dummheit, die dafür sorgen, dass ich 3 tage brauchte um das visa zu kriegen, hätte ich mich da aber nie so lange aufgehalten.

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nun bin ich in in essaouira, atlantik. das meer ist wunderschön und auch der ort hat was.

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ich hänge etwas ab und relaxe. das wetter ist angenehm. besonders wenn man es mal mit deutschen nachrichten vergleicht....wasser 17 grad, luft 27 grad.

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ansonsten warte ich auf meine benzinpumpe. die ist kaputt....

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sonst geht's mir gut.....bis demnächst

euer

jens

Posted by Jens Hawemann at 02:16 PM GMT
January 27, 2011 GMT
durch die wüste

hallo leute,

ja, ja, der blog ist mehr als überfällig. ich habe zwar ein schlechtes gewissen, aber das gewöhne ich mir gerade ab.

ich lebe noch und mir geht es gut.

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aus den grob geplanten 4 wochen für marokko wurden dann doch fast 3 monate. ich hatte eine 90 tage aufenthaltsgenehmigung und ich bin am tag 89 ausgereist. aber ich habe keinen tag davon bereut. marokko ist einfach toll in seiner landschaftlichen vielfalt und den ausgesprochen lieben menschen. ich habe mich sehr wohlgefühlt.

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die letzten wochen war ich vorwiegend am meer, was zwar nicht so spektaklär ist so rein landschaftlch, aber dennoch seinen reiz hat. marokko hat mehr als 2000km küste! meine benzinpumpe blieb dann auch noch im deutschen schnee stecken, so dass ich sie erst am 5 januar in den händen hielt. aber käthi rennt wieder wie sau seitdem. das tut richtig gut wieder ein voll funktionstüchtiges bike zu haben.
ich hatte dann dafür eine sehnenentzündung an der kniescheibe. nichts wildes, also kein meniskus oder so, und nach einer dicken spritze cortison heilte das auch recht zügig ab. gut eine woche bin ich vorwiegend im zelt gelegen, aber es hat mir sehr gut getan mal etwas zur ruhe zu finden. wohl auch ein zeichen meines körpers genau das zu tun.

so gestärkt für neue taten habe ich mir dann ein neues visum für mauretanien holen müssen. das alte war abgelaufen. war auch nicht so schlimm.

dann hat mich mein böser zeltnachbar zum haschischrauchen verführt. wow, warum habe ich das 30 jahre lang nicht mehr gemacht? echt gutes dope hier.

nun bin ich in mauretanien. hier gibt’s weder alkohol noch dope. auch nicht schlimm. hier werde ich mich wohl nicht solange aufhalten. mir fehlt hier etwas die lebensfreude. die leute sind sehr nett, aber es fehlt die unbekümmertheit. es ist halt auch der ärmsten länder der erde. das land besteht defacto nur aus wüste und 2 städten. mein bedarf an wüste ist erstmal gedeckt. oder anders: ich muss sie nicht mehr suchen. das werde ich später mal tun. mit minimalen gepäck, wüstenausrüstung und sicher nicht allein. ausserdem muss ich die wüste schon deshalb nicht suchen, weil sie eh überall ist.

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der grenzübertritt nach mauretanien dauerte insgesamt 27 stunden! das stählt die nerven für zukünftige aufgaben. allerdings war die warterei echt mult-kulti. alles wurde geteilt: bier wein, musik, essen. es war fast eine grosse party mit vielen senegalesen, die auf der heimfahrt sind für irgendeine feier, deren sinn ich nicht so ganz verstanden habe. ich werde mich da mal anschliessen.

also ruft der senegal nach 2500km wüste auf meistens ganz guten strassen. und es gibt noch viel wüsten auf dieser welt. ich würde sie gerne alle mal anschauen. inshallah. aber es wird zeit für etwas üppigere vegetation. (und den regenwald, aber das dauert wohl noch ein bisschen).

ich habe natürlich haufenweise leute kennengelernt. momentan reise ich mit einer gruppe von engländern, die mit autos nicht mehr als 300 pfund nach banjul/bamako fahren. das ganze hat auch einen caritaven hintergrund. die autos werden dann versteigert.. liebe, nette und total verrückte menschen. wir haben sehr viel spass miteinander.

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eigentlich wollte ich das, was ihr gerade gelesen habt, längst hochgeladen haben, aber der upload ging immer schief.
so bin ich mittlerweile in The Gambia angekommen. Senegal gab uns nur 48 stunden für die fahrzeuge. der grenzübertritt dauerte nur rekordverdächtige 3 stunden. angfangs wollten sie € 250 pro fahrzeug. nachdem ich toure kunda kannte und recht hartnäckig blieb, einigten wir uns auf € 50 für die autos und € 20 für das bike. dazu kam dann noch die brückenbenützungsgebühr, der eintritt in den nationalpark und € 10, damit die jungs auch nach dienstschluss noch arbeiten. wie schön ist doch schengen....

die strassen bieten hier so gut wie alle oberfächen. mittlerweile habe ich mehrere hundert km auf wellblech hinter mir und schlaglöcher, die das bike glatt verschwinden lassen. im vorderrad waren alle speichen locker, aber käthi hält sich sonst wacker.

so auch ich. ich habe massiv abgenommen und fühle mich gut damit. ich falle abends total fertig ins bett (oder besser schlafsack) und wache morgens auf und fühle mich stark für den tag. gutes gefühl das!. und wenn ich durch die wüste brettere, fühle ich mich wie dennis hopper in easy rider. ich brülle dann born to wild in meinen helm (hört allah sei dank keiner) und fühle mich grossartig. diese reise fordert meine ganze kraft, aber sie gibt sie mir auch 10 fach wieder zurück. es geht mir immer besser.

hier ist afrika so wie ich das immer vorgestellt habe.ich sitze unter palmen und kaffebraune schönheiten servieren mir kühle drinks. nun, die schönheiten sind manchmal auch ebenholzschwarz und es sind auch männer darunter, aber sonst....... ich bin in einem touristenhotel abgestiegen und geniesse für ein paar tage diesen luxus.

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die menschen hier sprühen vor lebensfreude. farbenprächtige kleider, überall lachende gesichter (vermutlich wirke ich mit meiner montur auch ziemlich lächerlich auf sie), überall reggay, das ganze land schwingt in diesem rhythmus. das gambische gras ist auch nicht zu verachten. es gefällt mir hier sehr gut.

diesmal etwas textlastig. das nächste mal gibt es wieder mehr bilder, wenn ich sie mal sortiert habe.

viele Grüße aus the smiling coast gambia

euer jens

Posted by Jens Hawemann at 06:43 PM GMT
March 22, 2011 GMT
Black Africa

„es gibt horizontales und vertikales reisen. das horizontale reisen erweist sich in flächen- und raumdeckender fortbewegung unter stetigem wechseln des eigenen standorts in bezug auf längen- und breitengrade. es verläuft zweidimensional ohne furchen in der welt oder bei den reisenden zu hinterlassen. vertikales reisen hingegen - obwohl es in der folge vom horizontalen reisen auftreten kann- findet an jedem beliebigen geographischen ort statt, erhebt sich raketengleich in den himmel, güßt die götter und die sterne, oder lotet in den tiefen des untergrunds und der seele, wohin uns die schulweisheit nie ein ticket ausstellen würde.“
(aus micky rehmann, der globaltrottel, eins meiner zahlreichen lieblingsbücher)

hello and welcome to my blog.

i know it has taken quite a bit of time, but you better get used to it. but don't worry. compared to you guys, i'm never lost!

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this picture only shall demonstrate my hard und serious efforts to learn about african culture. and i'm doing well so far. i spend 6 weeks in the gambia and reached casamache senegal after. more quite here, not so much hassel.

i'm looking for the african soul, but what i find is only my soul. and i still not always like what i can see there. but i don't feel really bad on this. it is just some kind of transition: my view of the world is canging dramatically. it's excitig and never boring.

my favourite place is called the tavern (some of you might remember). strange place. they tried to cheet me many times, steel my wallet, gave me change wrong. bt i liked it from the beginning: good music, cheap ganjia and beer, some really good friends from the ghetto.


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thesse pictures i found on the memory of a not really working camera. all pics with me happend in bajul (smoking a lot of ganjia), all others i have no clue where and who. just some authentic pictures.

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up to now i didn't make a lot of pictures of human. my focus was more the fantastic scenery. ok:

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this is haddy. saw her dancing in the club speakless with open mouth. she can dance like josefine baker (whoever does't know this very impressive lady should google now!).

alex, taxi driver

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ami, hairdresser, likes to open her own shop

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ken, really stoned

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this is the camp esperanto, no electricity, brown water, but good food and very relaxed (we feel good now)

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this is sally. 32 year old, 1kid, not married, never visited a school, learnd basic writing with a mobile on her own, born here, will die here as well, if no one showing up to get her out (i can't be her prince)

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ich habe micky rehmann hier geguttenbergt weil dieses zitat neulich wieder mal einfiel. ja. ich habe die götter schon gegrüsst und nun bin in den tiefen meiner seele und meinen schatten, dem untergrund.
es geht mir gut dabei. es ist spannend, verwirrend, oft anstrengend aber nie langweilig. ich geniesse jeden tag.

macht euch um mich keine sorgen. ich fühle mich genau richtig in dem was ich tue. werde morgen richtung guinea bissau starten.


coming to the end my secret love: fatu

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12 years old, clever and very smart, helping everywhere (or looking from the other side, standing in the way) can move thru the camp like a tornado, or like a cat, has her eyes everywhere, can dance like having no bones, the only girl not wants to merry me....


best regards to all

feel free to forward the link....

jens

Posted by Jens Hawemann at 06:14 PM GMT
January 09, 2012 GMT
Western Africa

hallo leute,

wiedermal überfällig, aber wie immer rechtzeitig. nun, blogschreiben ist vielleicht nicht wirklich meine stärke. aber ich werde mir mühe geben.

natürlich ist unendlich viel passiert seit dem letzten eintrag. viel mehr als ich hier schreiben kann.

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ich bin gerade in lagos/nigeria. und es geht mir gut. ich bin keinesfalls im drogensumpf versackt.
ich bin hier wiedermal gestrandet. das passiert mir immer dann wenn käthi zicken macht und ich daraufhin krank werde. nie was wirklich ernstes, aber immer infektionen. einmal im knie, einmal unspezifisches unwohl sein mit leichtem fieber und nun eine ohrenentzündung. lästiger scheiß, aber immer sachen die ich durchaus ernst nehme. war beim örtlichen doktor, 2 große spritzen in den hintern, tropfen und pillen sollen die sache jetzt in den griff kriegen. langsam klingt das ganze jetzt ab...

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lagos hat irgentwie nichts wirklich schönes. das sehenswerte ist das leben an sich in dieser stadt. mehr als 10mio einwohner, keiner weiß wieviel, aber jedes jahr werden es 1 mio mehr. zum ersten mal in west-afrika sehe ich so etwas wie slums. nicht diese großen no-go-areas wie in cape-town oder nairobi, aber dennoch armselige behausungen mit holz, wellblech und plastikfolie. auch zum ersten mal sehe ich diese entsorgungsbetriebe, in denen unser alter schrott einer wiederverwertung zugeführt wird. das macht man für autos, unterhaltungselektronik, haushaltselektrik, computer, handys und ähnliches. alles was wir teuer entsorgen müssten und wird entweder gangbar gemacht oder seiner wertstoffe beraubt. der krempel kommt schiffslandungsweise aus europa.
käthi machte schlecht definierbare probleme in der elektronik. es dauerte doch eine weile bis ich dahinter kam, dass die batterie ursache dieser nervigen zickereien war. zuerst musste ich ein multimeter finden (meins hatte mir jemand in gambia entwendet), was dann meine ersten 2 heißen fahrten mit dem moto-taxi zum zentralen markt für elektronik in lagos waren. das ist ein abenteuer der besonderen art. eine hungrige löwenherde ist vermutlich nicht gefährlicher.
der verkehr ist schlicht und einfach die hölle. eine aktive teilnahme daran am besten mit selbstmöderischer wahnsinn umschrieben. nun, ich habe neapel, istambul oder casablanca überlebt und werde auch dieses chaos überleben.
käthi hat nun 2 batterien a 7ah.die 2.hängt innen am gepäckträger. eine afrikanische lösung, die aber wunderbar funzt. aber ich habe das starke gefühl, dass die benzinpumpe (die dritte!!) nicht mehr genug druck bringt. die 2. starb in guinea-bissau vor ein paar monaten.


bissau ist ungefährt die abgefuckeste stadt, die ich bislang gesehen habe. das traurigen wahr(!)zeichen dieser stadt:

der präsidentenpalast mit abgefackeltem dach und einschusslöchern.

allerdings hat dieses kaff auch unleugbaren charme und je länger ich hier verweile, desto schwerer fällt mir der abschied. ich habe mich richtig gut eingelebt.

erstmal war ich allerdings geschockt. ich habe viel armut gesehen auf dieser reise aber das hier topped alles locker. und zum ersten mal geht es mir auch richtig nahe. ich habe einen heiden respekt vor diesen menschen, ihre strategien fürs überleben, wie sie unter oft unsäglichen zuständen ihre würde erhalten.

die müllabfuhr funktioniert folgenweise: aller abfall wird praktischerweise gleich ums eck auf der strasse auf einen haufen geschmissen. dieser wird dann wechselweise von kindern, hunden, katzen, ratten, schweinen und alten frauen nach verwertbaren durchsucht. alle paar wochen kommt dann ein lkw und lädt den rest auf. zwischendrin zündet einer das ganze auch mal an, was zu schrecklich stinkenden schwelbränden führt.
hier sind gerade die geier dran.

ich fuhr dann zurück nach gambia, weil ich mich besonders gesund fühlte und meine kinder mich sicher nicht in afrika besuchen würden, bin ich dann nach deutschland geflogen über den veregneten sommer. das war nicht nur ein krasser kälteschock.

nach ein paar wochen kam ich dann zurück zu meinem bike. ich hatte doch einiges an problemen mich wieder zurecht zu finden in europa.

ich bin dann mit einem norweger namens morten weiter gefahren. die straßen in guinea sind nicht wirklich gut ausgebaut, so waren wir doch froh diese route nicht allein zu fahren. aber das waren 200km endurofahren vom feinsten. alle fotos, auf denen ich zu sehen bin (und noch ein paar mehr!) stammen natürlich von morten.

hat riesigen spaß gemacht. ich bin dann wieder allein weiter über bamako/mali, burkina faso, togo, benin nach nigeria gekommen. hier in lagos gibt es keine unruhen. die sind irgentwo im norden und da wollte ich eh nie hin. die menschen sind hier freundlich wie überall in west-afrika. zuerst werde ich ungläubig bestaunt, dann mit freundlicher neugier zugeschüttet. ich verbringe weihnachten und new-year mit einer nigerianischen familie, die hier ein kleines blitzsauberes restaurant betreiben. die party am 25. am einem der beaches von lagos kann sich sehen lassen. mich bremst zwar meine ohrenentzündung in dem von -grob geschätzt 120db- weitläufig beschallten areal. da die police -durchaus geschäftstüchtig- einen checkpoint errichtet hat, gibt es kilometerlange staus auf der einzigen zufahrtstraße.. die volksseele kocht ob 1000 naira (ca. €5) für dir zufahrt. aber straßenraub ist hier das tägliche business der polizei.
ich habe schon in so manchen lauf einer kalaschnikov geschaut. viele finstere jahre in noch finsteren gefängnissen wurden mir angedroht und nur bei zahlung einer gewissen summe -immer from your hard- ließe sich solch ungemach verhindern. es braucht schon eine gewisse nervenstärke um in stundenlangen verhandlungen die summe von €5000 auf €5 herunterzuhandeln. aber irgendwann ist das ganze nur noch schrecklich ermüdend.

mein blick auf afrika hat sich dramatisch gewandelt seit meiner reise. sowas bleibt natürlich nicht aus. und es sind durchaus schmerzhafte prozesse ein neues, besser passendes weltbild zu erschaffen. aber ich bin vielleicht einer der wenigen optimisten bzgl. afrika. wer jemals das leben auf einem markt in afrika erlebt hat, weiß daß sich hieraus etwas entwickeln wird. eine zukunft für diese menschen. allerdings wird das wohl noch ein bisschen dauern.

leute wenn ihr einen blog wollt muss ich jetzt aufhören. keine ahnung wann ich mal wieder
ein schnelles internet finde. macht euch keine sorgen falls ihr mal eine weile nichts hört von mir.
ich wünsche euch allen ein frohes neues jahr.

melde mich bald wieder...

viele grüße

jens

Posted by Jens Hawemann at 12:23 PM GMT
 


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